Seit ca. 1500 km ersehenen wir uns Melone. Wassermelone. Arbus. Ständig fahren wir an Verkaufsständen am Straßenrand vorbei, doch unsere Fahrer haben es stets eilig. Und nie haben wir das Glück, direkt an einer Stelle mit diesen Ständen auszusteigen. Nunja, denken wir, die Besten sind schließlich riesig und schwer, das ist nunmal nichts für den Tramper im Zelturlaub…

Nach der langen LKW-Fahrt aus Kalmückien bis kurz vor Wladikavkas sind wir ausgestiegen, nachts am Truckertreff, schlagen uns noch den leeren Bauch voll mit einem letzten Abendbrot in Russland und nächtigen am Fluss neben der Autobahn. Morgens rennt eine Kuhherde an unserem Zelt vorbei und klingelt uns wach, der schöne Walnussbaum am Wegesrand spendet Nussvorrat. Und zurück an der Hauptstraße finden wir eine lange Reihe voller Obststände. Mit vielen, großen Melonen.

Unsere letzte Chance, wir holen jetzt son Ding! Vielleicht kann man eine Halbe besorgen, beschließen wir und Karoline geht mit festem Schritt hinüber. Die Marktfrauen freuen sich über den Besuch, überreicht oder verkauft wird uns aber nichts! Stattdessen wird eine Riesenmelone hinter dem Tresen aufgeschlagen und an den Rand der Stände auf eine Kiste gelegt. Keine Ahnung, was das soll, wir sind irritiert und verwundert. Kuchate! Esst! rufen die Verkäuferinnen und legen noch eine Tüte Tomaten dazu. Ob wir den ganzen Weg aus Deutschland gelaufen wären, werden wir gefragt, ob wir verheiratet seien (klar) und Kinder hätten (nö). Genüsslich verspeisen wir das rote Glück. Was daneben geht, bekommt der kleine Straßenhund. Die Marktfrau freut sich über unsere Aufkleber für ihre Kinder und gestärkt trampen wir in den Obstgarten der UDSSR, Direktlift bis Georgien.