Auf der Karte finden wir im lettischen Küstenabschnitt hinter Riga auf dem Weg nach Tallinn einen möglicherweise idyllischen Campingplatz: Klintis. Sandige Felsküste, Steine im Wasser und Sandstrand empfangen uns hinter dem Kiefern-Birken-Mischwald. Dieser Ort scheint wegen des holprigen Anfahrtsweges und dürftiger Beschilderung an der Hauptstraße nur mäßig besucht zu sein. Trotzdem werden wir von einer schweizer Camperfamilie im geborgten Luxus-Wohnmobil  auf den letzten Kilometern mitgenommen. Und tatsächlich erwartet uns verlassenes Strandidyll und Campen an Holzhütten oder Gemeinschaftsbänken mit mietbarem Saunabereich und Karpfenteich statt Minigolf – das lädt zum Verweilen und sommerlichen Entspannen ein.

Nach dem langen Strandspaziergang zum Boulderleuchtturm freuen wir uns ausgehungert auf eine warme Mahlzeit aus dem Campingplatz-Restaurant. Doch die Erfüllung dieser Freude lässt auf sich warten. Wir sitzen auf der Terrasse, aber die Kellnerin taucht eine gefühlte halbe Stunde nicht im Außenbereich auf. Holen wir uns also selbst die Karten, unser Magenknurren konkurriert schon mit sibirischen Bären. Später scheint sie unsere Bestellung vergessen zu haben. Als wir nachhaken, erfahren wir dass der bestellte Wein nicht vorrätig ist. Alle Gäste, die auf jeden Fall NACH uns bestellt haben, schmatzen bereits gierig ihre Teller leer. HUNGER! Schließlich kommt eine andere Weinflasche und stimmt uns milde. Die Oberin fragt nach einiger Zeit erneut nach, was wir bestellt hätten … Wie bitte? Das muss jetzt erst noch gekocht werden?!

Endlich treffen die heiß ersehnten Kalputis* ein: die Schale ist riesig, genauso wie meine Augen! Aber ich muss meine Nase bis weit über den Tellerrand strecken, um meine Portion erkennen zu können. Mit einem Happs ist es im Mund. HUNGER! Zum Glück haben wir eine ganze Flasche Rotwein bestellt. Ab an den Strand und die Flasche am Lagerfeuer leeren.
*die Gnocchi haben wirklich vorzüglich geschmeckt und Klintis haben wir hungrig ins Herz geschlossen 😉