Height without Flight beginnt! Auf der Suche nach Boulderspots werden wir in Litauens Hauptstadt fündig und schnappen uns trockene Appetithäppchen zum Aufwärmen in Vilnius:
Auf dem weitläufigen, weißmarmorierten Platz der Kathedrale in der Hauptstadt finden wir einen beachtlichen Block in dem felslosen Land (der erinnert seit den 70er Jahren an die 600-jährige Stadtgeschichte von Vilnius). Kurz darauf erregt das behände Erklimmern der Statue von P. Cvirskos die Neugierde von Passanten im schönsten Abendlicht. Dann hüpft Frank von Stein zu Stein vorm Neustädter Steakhouse und gönnt sich einen kleinen Ausflug auf die Osterinselköpfe.

Zufällig finden wir unsere Kletterschuhe unter Felljacken, alten Socken, der Wäscheleine und Kochtöpfen in unseren Rucksäcken wieder. Wie praktisch, dass an Lettlands Ostseeküste kurz hinter Riga feinste Sandsteinsteilküste vom Meer freigelegt wurde. Leider verwandelt sich dieser „Fels“ bei zu großem Druck auf kleine Stellen in rieselnden Strandboden. Trotzdem, ein bisschen was geht immer! Die Kletterschuhe stärken unsere Füße und wir schieben und drücken uns hoch- und seitwärts. Dabei knipsen wir sogar die „Kleine Route ums Eck“ ab.
An einem Riss bröckelt maroder Sand aus dem Stein – muss man wollen, nicht können – und das Gesicht strahlt nach dem Erklimmen dieser drei langen Meter.
Beim Spaziergang am Strand nährt sich uns am Ende der Bucht ein kleiner Leuchtturm, der sich als perfekte urbane Kletterei aus Granit und Beton herausstellt. Erste Sahne Traversie im Bereich 4 – 5, oder hoch hinaus bis 10 Meter über dem Meer, breite Untergriffe, überstehende Leisten, kleine und große Tritten und ab und zu ein Henkel umschmeicheln unseren Bouldergaumen.

Seid gespannt auf neue Projekte! Immerhin schleppen wir die Schuhe nicht umsonst bis nach Indien.

Übrigens fürs Protokoll: Frank ist sowohl erstklassiger Boulderer wie Sportfotograf.

(Dies war ein unchronolgischer Einschub, bald geht es weiter mit einem Bericht von der Hanfteefarm.)