1te Etappe bis Warschau
rot: getrampt
blau: gefahren mit dem Zug
Sterne: geschlafen im Zelt
Häuschen: geschlafen mit Dach

Nachdem wir uns in Lögow (vor Berlin), Berlin, und Klessin (hinter Berlin) noch Abschiedsschmatze, beste Wünsche und schlaue Ratschläge eingeholt hatten, verließen wir mental gestärkt mit einer Salami im Gepäck deutschen Boden. Auf der polnischen Seite der Oder lachten uns warme Berliner an. Juten Tag Poland!

Unser Plan vom Metern wurde jäh durchkreuzt, als wir endlich auf der herbei gesehnten Raststätte an der Autobahn kurz vor Stettin standen. Vollgepackte Urlaubsautos, deren Überlast mit Kindern und Badespielzeug die Achsen ächzen ließ, rollten an uns vorüber und sonstiger Verkehr bewegte sich zielsicher direkt in die Großstadt. Nach 2 Stunden hatten wir die Nase voll und marschierten weg von der Autobahn ins nächstgelegene Mini-Dörfchen. Wenigstens kann man hier ohne aufheulende Motoren und Autobahngrundsummen in Ruhe warten … und im Zelt am Waldrandidyll übernachten.

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Der nächste Tag begann erfolgversprechend: der erste Fahrer hielt sofort, konnte uns nicht fahrenderweise helfen, doch rief sofort seine Tochter an, die uns bis hinter die Großstadt Stettin brachte. Hinterher wurden Kilometer geschrubbt im Kühltransporter mit dem Eier-Lieferanten, wobei wir die polnische Fahrweise als Ballett in feinster Ausführung studieren konnten (Überholen auf der Landstraße mit ausweichendem Gegenverkehr, womit wir unsere Wartezeit aufgeholt haben).

… so gelangten wir nach Leba, und hüpften gleich ins erstaunliche unsalzige Ostseewasser 🙂

Die kleine Stadt an der Ostsee beherbergte in den 20ern den Expressionisten Max Pechstein, denn dieser war fasziniert von den beeindruckenden Wanderdünen. Tolle Landschaft!
Mittlerweile hat sich eine hedonistische Plastikkultur mit Eventcharakter die Stadt zueigen gemacht. Polnische Urlauber bevölkern die Stadt und die Promenade zum Strand blinkt in grell-bunten Farben nach Eis, Slushies, Schwimmreifenverkauf und sonstigem Konsumgut.

Nun, so also auf nach Warschau. Kurz hinter Danzig gab es erneut das Raststättenproblem: keiner hielt, um uns mitzunehmen. Nachdem eine russisch-neureiche Feiergesellschaft an den hinter der Raststätte gelegenen Vergnügungspark geschleust wurde (die Herren mit Mokkasins und zu kurzen Hosen – damit man die Socken besser sieht, die Damen in knappesten Kleidchen mit meterhohen Schuhen), entschlossen wir uns, am nächsten Morgen den Zug zu nehmen.

Beim Umsteige-Aufenthalt in Malbork tauchten wir an der alten Burg in mittelalterliches Flair ein und fuhren erste Klasse nach Warschau.